Hermann Richter - Inselwandern in Griechenland | Amorgos
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Amorgos

Amorgos, Iraklia, Paros


 

Durch den Ausbau des Anreiseflughafens Paros können jetzt auch größere Maschinen landen.
Ein byzantinischer, alter Plattenpfad von dem zentralen Inselort Lefkes zu sandigen Meeresbuchten lockt den Wanderer. Gute Tavernen und der idyllische Sonnenuntergangshafen Naoussa machen auch einen kurzen Inselaufenthalt zum Erlebnis.
Zwischen Paros, Amorgos und Ios gibt es ein abwechslungsreiches Segelrevier mit zwei Dutzend bewohnten und unbewohnten Inseln. Die Geschichte vom einarmigen Franzosen auf Antikeros, vom versunkenen Jagdflieger auf Iraklia, vom Besuch der Lady Di kurz vor ihrem Tod auf Schinoussa, vom einsamen Hirten auf Keros, vom Schweizer Flugzeugbauer mit seiner dunkelhäutigen Frau auf den Makares-Inseln, den Kykladenidolfunden auf Daskalio, vom Popen auf Pano Koufonissi mit dem Idol einer schwangeren Frau und den gestochen scharfen Satellitenaufnahmen von Kykladengräbern auf Keros, kann ich leider nur auf den Reisen vor Ort ausführlich erzählen.
Mit dem Besuch der Inseln Keros und Daskalio sind wir im Zentrum der bronzezeitlichen Kykladenkultur. Kavos auf Keros ist der Ort des Hortfundes mit über 350 Bruchstücken der ca. 5000 Jahre alten Artefakte. Seltsamerweise hat Archäologe Colin Renfew die vielen Obsidianstücke nicht eingesammelt.

Amorgos ist eine der ursprünglichsten Kykladeninseln zum Wandern, die es noch  gibt. Als Wochenendausflug für die Athener ist es zu weit, einen Flugplatz sucht man vergeblich. Kürzlich wurde in  Arkesini  ein Turmgehöft ausgegraben, das 1700 Jahre kontinuierlich bewohnt und nach einem Erdbeben verlassen wurde.
Das Klösterchen Valsamitis ist ein hübscher Wanderpunkt. In seiner Kirche gibt es das einzige Wasserorakel in einem orthodoxen, kirchlichen Raum, das noch vor wenigen Jahren von der Bevölkerung genutzt wurde. Das mit 151 cm größte Marmoridol der ersten Hochkultur Europas wurde in einem Felsengrab Katapolas gefunden. Es steht heute im Nationalmuseum in Athen. Drei große Akropolen (Minoa, Tholaria und Alt-Akesini) weisen auf eine Blütezeit in der archaischen Epoche bis zur Römerherrschaft hin. Aus byzantinischer Zeit ist das weltberühmte Kloster Chozoviotissa, dessen Abt Spiridon uns sicher wie immer sehr nett empfangen und bewirten wird. Das zweite im Frühling blumenreiche Wandergebiet liegt um den Naturhafen Aegiali im Norden der Insel. Hier wohnen wir im zauberhaften Bergdorf Langada, wandern auf Bergpfaden hoch über dem Meer und grillen frisch gefangenen Oktopus am Strand der unbewohnten Insel Nikouria.

Iraklia ist die größte Insel der sog. „ Kleinen Kykladen“. Der Berg Papas bringt es auf 419 Meter. In seinen Felsenschluchten brüten Gänsegeier, die vom großen, nahen Naxos herüberkommen. Eine Besonderheit sind die frisch angelegten und gut gekennzeichneten Wanderwege.