Aufgrund guter Anbindungen zu Wasser und in der Luft ist Paros eine ideale Insel für eine schnelle Anreise (ohne Übernachtung in Athen) aus Deutschland. Ein byzantinischer, alter Plattenpfad von dem zentralen Inselort Lefkas zu sandigen Meeresbuchten lockt den Wanderer. Gute Inseltavernen und der idyllische Sonnenuntergangshafen Naoussa machen auch einen kurzen Inselaufenthalt zum Erlebnis. Zwischen Paros, Amorgos und Ios gibt es ein abwechslungsreiches Segelrevier mit zwei Dutzend bewohnten und unbewohnten kleinen Inseln. Mit meinem 425 cm kurzen Katamaran habe ich sie alle mit ihren Buchten, Stränden und Untiefen erforscht. Mit diesem Know-how mietete ich in Santorin jahrelang einen 18 m Kaik, um mit Gruppen piratenartig dieses Revier unsicher zu machen. Der Leser kann sich leicht vorstellen, dass ich ab und zu gerne mal wieder auf diesem „Inselklavier“ spiele. Die Geschichten vom einarmigen Franzosen und Antikeros, vom versunkenen Jagdflieger auf Iraklia, vom Besuch der Lady Di kurz vor ihrem Tod auf Schinoussa, vom totgesagten Norweger Sten aus Kato Koufonissi, vom einsamen Hirten auf Keros, vom Schweizer Flugzeugbauer mit seiner Negerin auf den Makares-Inseln, dem Kykladenidolfund auf Daskalio, vom Popen auf Pano Koufonissi mit dem Idol einer schwangeren Frau und den gestochen scharfen Satelitenaufnahmen von Kykladengräbern auf Keros… kann ich leider nur auf den Reisen vor Ort ausführlich erzählen.
Mit jeder Reise ist meine Zuneigung zu den beiden kleinen Inseln Iraklia und Koufonissi größer geworden. Auf Iraklia wurde ein vorbildliches Wanderwegenetz geschaffen und die interessante Gänsegeierpopulation wird von lokalen Naturschützern betreut. Um die kleine Insel Koufonissi laden viele unbewohnte Inseln zu einer Bootsfahrt ein. Baden und Picknicken an einsamen Stränden mit Palmenschatten ist hier besonders reizvoll.

Amorgos ist eine der ursprünglichsten Kykladeninseln zum Wandern, die es noch gibt. Als Wochenendausflug für die Athener ist es zu weit und einen Flugplatz sucht man vergeblich. Kürzlich wurde in Arkesini ein Turmgehöft ausgegraben, das 1.700 Jahre kontinuierlich bewohnt war und erst nach einem Erdbeben verlassen wurde. Im Ort Wrutsi zeigt uns Maria wie ein Faden mit einem Spinnwirtel aus Schafswolle gesponnen wird. Im Ort Kolofana werden immer noch Kühe oder Esel vor Holzpflüge gespannt.

Das Klösterchen Valsamitis ist ein hübscher Wanderpunkt. In seiner Kirche gibt es das einzige Wasserorakel in einem orthodoxen, kirchlichen Raum, das noch vor wenigen Jahren von der Bevölkerung genutzt wurde. Das mit 151 cm größte Marmoridol der ersten Hochkultur Europas wurde in einem Felsengrab Katapolas gefunden. Es steht heute im Nationalmuseum in Athen. Drei große Akropolen (Minoa, Tholaria und Alt-Akesini) weisen auf eine Blütezeit in der archaischen Epoche bis zur Römerherrschaft hin. Aus byzantinischer Zeit ist das weltberühmte Kloster Chozoviotissa, dessen Abt Spiridon uns sicher wie immer sehr nett empfangen und bewirten wird. Das zweite im Frühling blumenreiche Wandergebiet liegt um den großen Naturhafen Aegiali im Norden der Insel. Hier wohnen wir im zauberhaften Bergdorf Langada, wandern auf Bergpfaden hoch über dem Meer und grillen frisch gefangenen Oktopus am Strand der unbewohnten Insel Nikouria.