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![]() ![]() Der Ohrid-See ist einer der tiefsten und ältesten Binnenseen der Welt. Zusammen mit den beiden Prespaseen bildet er eine Wasserfläche von 750 km² und eine Küstenlänge von ca. 300 km. Dieses UNESCO Welterbe der Menschheit verbindet die drei Länder Griechenland, Albanien und Vadar – Mazedonien mit insgesamt 2 Millionen Einwohnern (64 % Mazedonier, 25 % Albaner, Landessprache Slawisch). Das Dreiländereck liegt irgendwo unsichtbar im großen Prespasee. Diese 4 Mio. Jahre alte Seenlandschaft mit den über 2000 m hohen Gebirgsketten ringsherum, ist ohne Zweifel das Schönste, was der zentrale Balkan zu bieten hat. Ein Glücksfall ist, dass diese Länder rund um die Seen große, übergreifende Nationalparke ausgewiesen haben. Die Bergrücken sind waldfrei. Ungehindert genießt daher das Auge Fernblicke zu den Seen und zu den schneebedeckten Gebirgen im nahen Albanien und Griechenland. Millionen Schlüsselblumen, Orchideen, Seidelbaste, Krokusse, Enziane, Schwertlilien, Veilchen und Blausterne schauen den staunenden Wanderer an. Wenn auf den Bergen im Juni zwischen den Schneeresten die Blütenpracht auf ihrem Höhepunkt ist, kann man im trocken-mediterranen Klima an den tiefer gelegenen Seen schon ins Wasser springen. Nicht selten finden wir auf den Wanderungen Bären- und Wolfsspuren oder sehen Gamswild mit Jungtieren. Im Juni wachsen in diesem jungfräulichen Wanderparadies Pfifferlinge und Champions in großen Mengen, die wir uns zum Frühstück servieren lassen. Die Anreise erfolgt via Thessaloniki in Griechenland. Über das antike Pella – der Geburtsstadt Alexanders des Großen – und das römische Heraklea bei Bitola in Mazedonien erreichen wir den Nationalpark Pelister – Gebirge (2.500 m). Der Star der Wälder hier ist die 1839 von dem Deutschen Grisebach entdeckte fünfnadelige Kiefer Pinus peuce. Die geschichtsträchtige Stadt Ohrid liegt an den römischen Straßen Via Egnatia und Via Epirica an dem gleichnamigen See. Die fruchtbare, paradiesische Landschaft hat schon seit Jahrtausenden viele Völkerschaften angezogen. Goldmasken aus mehreren Fürstengräbern in Ohrid liegen in den Museen von Belgrad, Sofia, Skopie und Ohrid. Das Museum zeigt neolithische Obsidianklingen, ägyptische Alabasterstatuen der Göttin Isis, griechische Vasen, römische Terra Sigilata und dreidimensionale Schnitzereien der letzten Jahrhunderte. Der slawische Zar Samuel II residierte auf der mächtigen Burganlage (976 – 1014) in Ohrid. Sein Reich erstreckte sich vom Mittelmeer bis zur Donau. Die heiligen Brüder Kyrill und Method erfanden die nach ihnen benannte Schrift. Mit der Übersetzung der Bibel in das Slawische erfolgte die Christianisierung aller Slawen von Ohrid aus. Erstaunlich ist es, wie viel Einheimische täglich in Ohrid flanieren. Die Strecke geht vom alten, bunten Markt, an der Moschee vorbei auf glattem, rötlichen Marmor bis zum Hafen. Die vielen romantischen Tavernen am Seeufer haben die berühmte Ohrid-Forelle im Programm obwohl deren Fang und Verzehr verboten ist. Die preiswerte Gastronomie in Mazedonien, einschließlich guter Rotweine, lässt kaum Wünsche offen. Nach mehreren Wanderungen auf den Höhen der Galicica-Berge geht die Fahrt durch Albanien zum kleinen Prespasee in Griechenland. Wir wohnen auf der Insel Agios Achillleos in der Nähe der größten Krauskopfpelikanbrutkolonie Europas. Die von Zar Samuel im Jahr 985 auf der Insel gebaute Basilika mit einer Größe von 45 x 20 m ist heute eine sehr fotogene Ruine. Bulgaren und Griechen kommen zahlreich zur Wallfahrt. Im Gebiet gibt es mehrere grandiose Wanderungen auf Schmugglerpfaden an der albanischen Grenze entlang. Die Szenerie zum großen Prespasee ist überwältigend. Man sollte es selbst gesehen haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der große Bade- und Autotourismus diese Idylle überrollt. Auf der Rückreise besuchen wir die prunkvollen makedonischen Königsgräber bei Vergina. Sie wurden zusammen mit dem Alexandergold an ihrem Ursprungsort mit einer genialen Museumsanlage für Touristen zugänglich gemacht. |
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